Sehen in der Fotografie

Zu all den Dingen, die wir nicht sehen können,
gesellen sich noch die Dinge, die wir nicht sehen wollen,
weil wir uns entschieden haben, sie zu ignorieren.
Im Augenblick habe ich zum Beispiel beschlossen,
das Geräusch meines Atems, das Gefühl des Rings an meinem Finger, den Anblick der Brille direkt auf meiner Nase,
ja sogar den der Nase selbst zu ignorieren.
Die Blende einer Kamera und die Pupille sind nicht dazu da, Informationen hereinzulassen,
sondern dazu, welche auszublenden.
Wer je eine Kamera in der Hand hatte weiss, dass zuviel Information einen genauso blind machen kann wie zuwenig.
Wenn Sie sich alle neun Sinfonien von Beethoven gleichzeitig anhören wollen, würden Sie nur den Krach hören.

K.C. Cole, amerikanische Wissenschaftsjournalistin und Schriftstellerin

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